Fördermittel zu Versorgungsforschung am Olgahospital Stuttgart: Warum leiden Kinder und Jugendliche mit Frühkindlicher Hirnschädigung bzw. Zerebralparese oft an quälenden Schmerzen?

 

Eine frühkindliche Hirnschädigung bzw. Zerebralparese (CP) ist die häufigste Erkrankung, die bei Kindern und Jugendlichen zu einer Behinderung mit Bewegungsstörung, Lähmung, Spastik, Muskelverkürzungen, Knochendeformitäten und Schmerzen führt. Oft sind die quälenden, dauerhaften Schmerzen dasjenige, was die betroffenen Kinder und Jugendlichen am stärksten beeinträchtigt. Eine Schmerztherapie ist bislang sehr schwierig weil die Schmerzursachen unklar sind. Nach Vorarbeiten von ÄD PD Dr. Markus Blankenburg (Olgahospital Stuttgart) am Deutschen Kinderschmerzzentrum der Universität Witten/Herdecke handelt es sich wahrscheinlich um sogenannte Nervenschmerzen durch eine Funktionsstörung der Schmerzfasern im Gehirn. Sollte sich diese Vermutung bestätigen, besteht die Möglichkeit, spezifische Medikamente gegen Nervenschmerzen einzusetzen. Diese Schmerzmittel haben aber bislang keine Zulassung für die Schmerztherapie bei Kindern mit einer Zerebralparese. Weitere klinische Studien sind dringend notwendig. Leider gibt es bislang keine wissenschaftliche Arbeitsgruppe, die sich mit diesem wichtigen Thema beschäftigt. Warum soll die neuropädiatrische Schmerzforschung am Olgahospital angesiedelt werden? Eine wichtige Voraussetzung für die Schmerzforschung und –therapie bei Kindern und Jugendlichen mit Zerebralparesen ist eine hohe Kompetenz in der Neuropädiatrie und Schmerztherapie sowie in der Kinderorthopädie und Kinderradiologie. Die Pädiatrie 1 am Olgahospital ist eine der größten Abteilungen für Kinderneurologie und -schmerztherapie in Deutschland (Kinderschmerzzentrum Baden-Württemberg). Die Kinderorthopädie (ÄD Prof. Dr. Thomas Wirth) und das Radiologische Institut (ÄD PD Dr. Thekla von Kalle) am Olgahospital gehören zu den größten und profiliertesten Abteilungen in Deutschland und fungieren als Referenzzentren. Es sind alle notwendigen Untersuchungsmöglichkeiten (Quantitative sensorische Testung, Neurophysiologie, 3 tesla MRT mit Fibertrecking und fMRT) für notwendige Studien am Olgahospital vorhanden. Weiterhin besteht eine sehr gute Kooperation mit der Klinik für Neuropädiatrie der Universität Tübingen. Frau Prof. Dr. Krägeloh-Mann, die Ärztliche Direktorin dieser Klinik, ist durch ihre Studien zur Bildgebung und Einteilung von Zerebralparesen bei Kindern weltweitbekannt. Somit gibt es in Deutschland keinen besseren Ort für die Durchführung von Untersuchungen zur Ursache und Therapie von Schmerzen bei Kindern und Jugendlichen mit Zerebralparesen. Die Untersuchungen sind dringend notwendig, um unsere Patienten in Zukunft wenigstens von den Schmerzen zu befreien. Für diese Forschungstätigkeit insbesondere für die Untersuchungen werden über einen Zeitraum von drei Jahren jährlich ca. 30.000 € an Spendengeldern benötigt.